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Altersvorsorge · Pflichtlektüre
Wie groß ist
deine Rentenlücke?
Von Eugen · 5 Minuten Lesezeit · Zuletzt aktualisiert Juni 2026
Die meisten Menschen wissen nicht, was sie im Alter wirklich bekommen werden — und wie weit das von dem entfernt ist, was sie brauchen. Diese drei Schritte zeigen dir die Wahrheit in unter 10 Minuten.
Warum die meisten überrascht werden
Die Renteninformation, die du jährlich per Post bekommst, zeigt dir eine Zahl. Die meisten schauen einmal drauf und denken: "Okay, irgendwas kommt ja". Was dabei fehlt: Der Vergleich mit dem, was du wirklich brauchst.
Experten rechnen, dass du im Alter etwa 70–80% deines letzten Nettogehalts benötigst, um deinen Lebensstandard zu halten. Die gesetzliche Rente zahlt dir aber nur rund 48% deines letzten Bruttogehalts — und das ist vor Steuern und Krankenversicherungsbeiträgen.
Die Rentenlücke in 3 Schritten berechnen
Du brauchst dafür nur: deine aktuelle Renteninformation (Post von der Deutschen Rentenversicherung) und dein aktuelles Nettogehalt.
1
Erwartete Rente ermitteln
Schau auf deine Renteninformation: Dort steht "Ihre voraussichtliche monatliche Altersrente" — nimm den Wert unter "bei Rentenbeginn mit 67 Jahren". Davon gehen noch ca. 10–11% für Kranken- und Pflegeversicherung weg.
Netto-Rente ≈ Rente aus Bescheid × 0,89
2
Benötigtes Einkommen schätzen
Multipliziere dein aktuelles Netto-Monatseinkommen mit 0,75 (75%). Das ist ein realistischer Richtwert für den Lebensstandard im Ruhestand — ohne Pendeln, Berufskleidung, aber mit steigenden Gesundheitskosten.
Bedarf im Alter ≈ Aktuelles Netto × 0,75
3
Die Lücke berechnen
Die Differenz ist deine Rentenlücke — der Betrag, den du jeden Monat selbst durch eigenes Vermögen decken musst.
Rentenlücke = Bedarf im Alter − Netto-Rente
Konkretes Beispiel: 3.000€ Nettogehalt
Beispiel-Rechnung
Aktuelles Nettogehalt3.000€ / Monat
Rente laut Bescheid (brutto)1.400€ / Monat
KV + PV Abzüge (−11%)−154€
Netto-Rente1.246€ / Monat
Bedarf im Alter (75% von 3.000€)2.250€ / Monat
Monatliche Rentenlücke−1.004€
Über 1.000€ pro Monat fehlen — das ist über 12.000€ pro Jahr. Bei 20 Jahren Rentenzeit wären das über 240.000€, die du selbst aufbringen müsstest. Und das ohne Inflationsanpassung einzurechnen.
Wichtiger Hinweis zur Inflation: Die Kaufkraft von 1.004€ heute ist in 20 Jahren deutlich weniger wert. Bei 2% Inflation pro Jahr brauchst du in 20 Jahren etwa 1.480€, um dieselbe Kaufkraft zu haben. Die reale Lücke ist also noch größer als die Rechnung zeigt.
Was ist die Lösung?
Die Rentenlücke kannst du schließen — aber nicht durch die gesetzliche Rente oder Riester allein. Die Lösung ist eigenes Kapitalvermögen, das im Alter Erträge abwirft.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Wenn du 200.000€ in einem breit gestreuten ETF hast und jährlich 4% entnimmst (die sogenannte 4%-Regel), hast du monatlich ca. 667€ zur Verfügung — ohne, dass dein Kapital schrumpft. Bei 300.000€ wären es 1.000€ pro Monat.
Das klingt nach viel. Aber: Wer 20 Jahre lang 300€ pro Monat in einen ETF-Sparplan investiert und 7% Rendite erzielt, kommt auf etwa 157.000€. Wer 400€ investiert, auf etwa 210.000€. Das ist erreichbar — wenn man früh genug anfängt.
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